...Ein andermal bereitete Backster
eine Demonstration vor für
einen Mitarbeiter der Baltimore Sun.. Backster, der zeigen wollte, dass
einzelne Zellen und Pflanzen Signale auf dem Weg über ein
unbekanntes Kommunikationssystem aufnehmen können, hängte ein
Galvanomenter an sein Philodendron und befragte dann den Journalisten,
als ob dieser an den Polygraphen angeschlossen wäre.
Backster wollte herausfinden, in welchem Jahr der Reporter geboren war,
und nannte der Reihe nach sieben Jahre von 1925 bis 1931. Der Reporter
war instruiert worden, jedesmal mit einem monotonen "Nein" zu
antworten. Nach dem Test las Backster das richtige Jahr vom Diagramm
ab: Eine besonders hohe Zacke auf dem Papierstreifen verzeichnete die
Reaktion der Pflanze.
(...)
Um festzustellen, ob eine Pflanze auch eine Gedächtnisleistung
vollbringen könnte, wurde folgende Versuchsanordnung erarbeitet:
Backster sollte den heimlichen Mörder einer Pflanze aus einer
Reihe von sechs "Verdächtigen" herausfinden. Sechs von Backsters
Studenten stellten sich für den Versuch zur Verfügung,
darunter auch erfahrene Polizisten. Mit verbundenen Augen zogen die
Studenten aus einem Hut zusammengefaltete Papierchen. Eines davon
erhielt die Anweisung, von zwei Pflanzen in einem Raum eine mit den
Wurzeln auszureißen, darauf herumzutrampeln und sie völlig
kaputt zu machen. Der Täter hatte sein Verbrechen heimlich zu
begehen; weder Backster noch einer der übrigen Studenten durften
seine Identität kennen, so dass nur die andere Pflanze im Raum
Zeuge der Tat sein würde.
Backster schloss die überlebende Pflanze an einen Polygraphen an,
führte die Studenten einer nach dem anderen diesem "Zeugen" vor
und konnte so den Schuldigen ermitteln. Tatsächlich reagierte die
Pflanze auf fünf der Studenten gar nicht, während sie
jedesmal, wenn der Schuldige sich ihr näherte, das Galvanometer in
wilde Bewegung versetzte.
Quelle: Peter Tomkin, Christopher Bird: Das geheime Leben der
Pflanzen.
Frankfurt am Main, 1977. S. 18/19.