Die Jodbefürworter scheinen
ihr Ziel erreicht zu haben: Das
normale bundesdeutsche Frühstück ist heute zu einer
hochjodierten Mahlzeit geworden: Das Brötchen bzw. Brot ist in der
Regel mit jodiertem Salz gebacken, die Butter darauf wurde aus der
Milch von Kühen gewonnen, die jodhaltig ist, weil die Tiere mit
jodierten Mineralfuttermischungen gefüttert und ihre Euter mit
jodhaltigen Desinfektionsmitteln behandelt wurden. Ein Belag in Form
von Wurst oder Käse enthält Jod gleich doppelt, einmal durch
jodiertes Fleisch bzw. Milch und zusätzlich durch das bei der
Weiterverarbeitung verwendete jodierte Salz. Auch das
Frühstücksei, von einer deutschen Henne stammend, die
jodiertes Futter bekam, bestreut mit Jod-Salz bedeutet „Jod im
Doppelpack“. Seit 1993 dürfen Lebensmittel auch ohne
Kennzeichnung Jodsalz enthalten. In Deutschland gibt es nur eine
einzige Firma, die unjodierte Mineralfuttergemische anbietet, aber
diese so teuer, dass gerade die im Preiskampf stehenden Bio-Erzeuger
kaum darauf zurückgreifen. Somit enthält auch der Organische
Dünger, wie ihn gerade Bioerzeuger verwenden, das vorher dem
Tierfutter zugesetzte künstlich hergestellte Jodid als
Ausscheidungsprodukt mit der Folge, dass auch deutsches
Bodengemüse und Obst (z.B. Erdbeeren) heute zwangsjodiert sind.
Woher kommt eigentlich das Jod, das in der Jodsalzprophylaxe unter die
Leute gebracht wird? Es kommt aus chilenischen Salpetergruppen oder
wird in Deutschland recycelt, und zwar aus Druckfarben, Katalysatoren,
Röntgenkontrast- und Desinfektionsmitteln.
Menschen, die unter einer Jodallergie leiden, vertragen dieses
künstlich zugesetzte Jod gar nicht. So können sie z.B. schon
durch einen Bissen in ein mit jodiertem Salz gebackenes Brot hoch
allergisch reagieren, wogegen sie stark jodhaltige Lebensmittel wie
Zwiebeln und Rotwein hervorragend vertragen. Lediglich einige extreme
Jodallergiker vertragen auch kein natürliches Jod.
Dagmar Braunschweig-Pauli, die Jodallergikerin ist, schreibt:
„Zuerst hatte ich nur einige dicke, eitrige und schmerzhafte Pickel auf
dem Rücken. Dann aber kamen dicke Pickel am Hals, in den Ohren, an
den Oberarmen und Unterschenkeln hinzu, deren Schmerzen mir die
Tränen in die Augen trieben. Bei vielen Jodallergikern werden
derartige Symptome als "Altersakne" diagnostiziert, die es aber de
facto gar nicht gibt.“
Wer unter einer schmerzhaften Akne leidet, die langsam entstand, auf
keines der üblichen Aknepräparate reagiert und tiefe Narben
hinterlässt, der gehört möglicherweise auch zu der
wachsenden Zahl der Betroffenen, die eine Jod-Akne (Kelp-Akne) haben.
Nach einer Erkundigung der Frauenzeitschrift "mini" vom Oktober 97
warnen Hautärzte, dass mittlerweile jeder 10. Aknepatient unter
einer Jodakne leidet. Die Jodakne ist altersunabhängig. Oft
beginnt sie als Bläschenausschlag am Mund, weswegen häufig
die Fehldiagnose "Herpes" gestellt wird. Im Gegensatz zum
tatsächlichen Herpes reagiert der Jodausschlag jedoch nicht auf
äußerlich und innerlich anzuwendende Virostatika.
Die Zahl der durch Jod kranken Menschen in Deutschland steigt
kontinuierlich an, während die Betroffenen meistens nicht wissen,
dass ihre Krankheitserscheinungen auf eine Jod-Unverträglichkeit
zurückgehen. Sie leiden unter einer in extremer Form auftretenden
Akne, unter Hautausschlägen, Bindehautentzündung, Asthma,
Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen, Ruhelosigkeit,
Depressionen, Zappelbeinen, Impotenz, u.v.a.m. und werden mit ihren
Sorgen und Nöten allein gelassen, denn von Ärzten und
Gesundheitsbehörden wird, was die Jodgefahren angeht, praktisch
keine Aufklärungsarbeit geleistet. Ein Großteil der
bundesdeutschen Bevölkerung ist vielmehr der felsenfesten
Überzeugung, künstlich mit Jod angereicherte Nahrungsmittel
seien gesund, zumal doch auch noch auf vielen von ihnen das
Gütesiegel des Bundesministeriums für Gesundheit prangt:
„Gesünder mit Jodsalz“.
Gerade die These, die am meisten in aller Munde ist, nämlich dass
Jodmangel zur Kropfbildung führt, ist in Wahrheit ein Flopp. Die
Studie des Münchner Endokrinologen Hellmut Haubold „Der Kropf,
eine Mangelerkrankung“ sagt es deutlich: Ein Kropf entsteht niemals
allein durch Jodmangel. Auch Bundesbehörden kommen nicht umhin,
das in ihren wissenschaftlichen Verlautbarungen zu bestätigen: Das
Bundesumweltamt hat in einer Studie schon 1994 die Theorie vom
Jodmangel-Gebiet Deutschland grundsätzlich in Frage gestellt und
die Kropfbildung auf eine Jodverwertungsstörung
zurückgeführt, die durch überhöhte Nitratwerte in
den Böden und Huminsäure im Grundwasser hervorgerufen wird.
Die Überbelastung von Nitraten und Huminsäure bewirkt
nämlich, dass vom Körper kein Jod mehr aufgenommen werden
kann. Erst dies führt zu einem Jodmangel. Das bedeutet also,
dass eine künstliche Jodzufuhr bei gleichbleibender
Nitratbelastung und Huminsäure im Trinkwasser völlig
nutzlos und folglich absolut unsinnig ist.
Und stimmt denn überhaupt die These, Deutschland sei ein
Jodmangelgebiet? Kein anderes europäisches Land verfügt
über so viele jodhaltige Heilbäder, wie ausgerechnet
Deutschland. Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet im kropfreichen
Süddeutschland so viele jodhaltige Heilbäder vorkommen -
Abbach, Gögging, Griesbach, Birnbach, Füssing, Endorf,
Tölz, Wiessee, Heilbrunn und Kissingen. Schon dies zeigt, dass die
Ursache der Kröpfe kein Jodmangel ist. Die Ursache der Kröpfe
liegt vielmehr in den Nitrat- und Huminsäurebelastungen, die neben
der Kropfbildung auch einen Jodmangel hervorrufen, der dann aber nicht
die Ursache des Kropfes ist. Der Ernährungswissenschaftler Richard
Fuchs schreibt in seinem Buch „Functional Food“ (Berlin 1999): „Die
Aufnahme von zuviel Jod kann sogar die Kropfbildung begünstigen,
darum ist die Verwendung von jodiertem Speisesalz (ungekennzeichnet) in
Backstuben unverantwortlich.“ Die Schilddrüse wird jedoch auch
geschädigt durch manche Pilz-, Insekten- und
Unkrautvertilgungsmittel, die berüchtigten Biphenyle (PCB),
Weichmacher, Dioxin, Blei, aromatische Kohlenwasserstoffe und
Verbindungen aus Zigarettenrauch, denen wir nicht leicht entgehen
können.
Die künstliche Jodierung der Lebensmittel ist eine
Zwangsmedikation, die dem demokratischen Freiwilligkeitsprinzip
völlig widerspricht und dazu noch auf wissenschaftlichen
Plattfüßen steht. Anstatt für eine
Rückführung der Nitratgehalte und der Übersäuerung
der Böden zu sorgen, wird eine Jodhysterie erzeugt, deren
schädliche Auswirkung noch nicht abzusehen ist. Denn zuviel Jod -
vor allem künstlich erzeugtes - macht krank.