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Der geplante Krieg gegen den Iran


Ungleichbehandlung des Iran

Schon die mittlerweile übliche Formulierung eines "iranischen Atomkonflikts" kann letztlich nur als bewußte Irreführung bezeichnet werden. Der Iran besitzt wie jedes andere Land auf der Erde auch das Recht, die Technologie zur Herstellung von Atomenergie zu entwickeln und einzusetzen - inwieweit dies unter Umweltschutzaspekten wünschenswert ist, ist sicherlich ein anderes Thema. Dieser "Konflikt" beruht aber einzig darauf, daß hier erneut seitens der USA unbewiesene und seitens des betroffenen Landes immer wieder bestrittene Vorwürfe erhoben werden. Wie schon im Falle des Iraks wird nun dem Iran vorgeworfen, an der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen - in diesem Fall Atomwaffen - zu arbeiten.

Über diesen Vorwurf hinaus wurde bisher kein einziger entsprechender Beweis vorgelegt. Darüber hinaus stellt sich allerdings auch die Frage, warum es nun ausgerechnet dem Iran verweigert werden soll, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen, nachdem dies bei drei weiteren Staaten in der Region - Indien, Pakistan und Israel - nicht geschehen ist und diese hierbei teilweise sogar massive Unterstützung von "westlicher" Seite erfuhren.



Bemerkenswert ist hier die Ungleichbehandlung des Irans im Vergleich mit Nordkorea. Während dem Iran nur anhand von Indizien vorgeworfen wird, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten, hat Nordkorea selbst öffentlich erklärt, die Entwicklung und Herstellung erfolgreich abgeschlossen zu haben und nun im Besitz von Atomwaffen zu sein.

Während das "Problem Nordkorea" bisher ausschließlich durch Verhandlungen gelöst werden sollte, ist der Ton der USA gegenüber dem Iran in den vergangenen Monaten so scharf geworden, daß sich zeitweise die Frage aufdrängte, ob in absehbarer Zeit mit einem Angriff zu rechnen sei. Hier zeigt sich, daß ein Land, von dem die USA zumindest vermuten, daß es Atomwaffen besitzt, wesentlich weniger offen bedroht wird, als ein Land, daß bisher höchstens auf dem Weg dorthin ist, obwohl Nordkorea meist als gefährlicher dargestellt wird.

Krieg ist lange geplant

Als Bush das erste Mal an die Macht kam, legten ihm die Neo-Cons einen verständlichen Plan zur Ausdehnung des amerikanischen Imperiums im Mittleren Osten dar. Er enthielt drei Kapitel:

Eins, Den Irak zu erobern, um die Kontrolle für seine immensen Ölreserven zu erlangen und eine amerikanische Garnison am entscheidenden Schnittpunkt zwischen den Ölfeldern des Kaspischen Meeres und den saudischen Ressourcen zu plazieren.

Zwei, Das iranische Regime zu brechen und den Iran zum amerikanischen Block zurückzuführen.

Drei, Dasselbe mit Syrien und dem Libanon zu tun. Noch war nicht entschieden, ob zuerst der Iran und dann Syrien - oder umgekehrt - drankäme.

Schon im Frühjahr 2003 war in der American Free Press folgender Artikel von Gordon Thomas zu lesen:

"Vor zwei Wochen erhielt ein Prinz der königlichen kuwaitischen Familie einen Anruf von einem Mitarbeiter des US-Verteidigungsministers Donald Rumsfeld, in dem er gefragt wurde, ob der Komplex verfügbar wäre. Der Prinz hatte schon den Verdacht, daß er für eins dieser geheimen Treffen, die von Washington im Golf gehalten werden, gebraucht würde.

Am nächsten Tag landete eine Hercules Transportmaschine auf dem kuwaitischen internationalen Flughafen. Heraus kam eine Gruppe bleicher Männer mittleren Alters in Baumwollhemden und -hosen. Sie hatten Laptops und dicke Aktentaschen dabei.

Für einen zufälligen Beobachter waren sie einfach nur eine weitere Abordnung aus Washington, die mit dem Nachkriegsirak zu tun hatte. Aber diese Männer waren die Vorausplaner des nächsten Krieges - des Krieges gegen den Iran. Innerhalb von einer Stunde hatten sie sich in ihrer palastartigen Umgebung - sicher beschützt durch US-Streitkräfte - eingerichtet und ihre Karten des Iran ausgepackt, die Computerbilder des Geländes heruntergeladen und begonnen, das "Ziel Iran" zu planen.

Sichere Kommunikationskanäle mit Washington waren eingerichtet und getestet worden. Einer ging zur CIA, ein anderer zum Pentagon. Über diese Kanäle und ihre gesicherten Computer würden die kuwaitischen Einsatzkräfte die neusten Geheimdienstinformationen aus dem Iran erhalten.

Einige dieser Informationen würden aus Israel kommen - von Mossad-Agenten in Teheran.

Sie würden dafür sorgen, daß dem geplanten "Ziel Iran" keinerlei Informationen fehlten. Die dort stationierten Männer sind ein Think Tank des Pentagons für den nächsten Krieg.

Sie sind einige der "Neo-Cons" - einer neuen Art von "konservativen" Intellektuellen, die entschlossen sind, die Bush-Regierung in die Richtung einer noch aggressiveren Alleingangs-Haltung zu bringen. Sie werden in Washington von dem Hardliner John Bolton, dem Staatssekretär für Waffenkontrolle, angeführt.

Am gleichen Tag, als die "Neo-Cons" in Kuwait landeten hatte Bolton, ein politisches Spiegelbild von Rumsfeld, eine neue Warnung wegen einer angenommenen atomaren Bedrohung durch den Iran herausgegeben. [...]" (Quelle: http://www.freace.de/artikel/jul2003/iran040703.html)

Der ehemalige UN-Waffen-Inspektor für den Irak, Scott Ritter, berichtete im Februar 2005, dass dem US-Präsidenten George W. Bush bereits Befehle für die Bombardierung des Irans im Juni 2005 vorgelegt und von ihm auch unterzeichnet worden sind. Offiziell solle dies mit der Zerstörung des vorgeblichen iranischen Atomwaffenprogramms begründet werden (Quelle: http://www.ufppc.org/content/view/2295/) . 

Kriegsvorwände dringend gesucht

Am 6. August 2005 berichtete sowohl die New York Times als auch NBC News  und darauf aufbauend zahlreiche weitere Medien, daß ein großer Teil der Bomben, die vom irakischen Widerstand gegen die Besatzer eingesetzt werden, aus dem Iran in das Land geschmuggelt würden.

Beide Medien beriefen sich in ihren Berichten auf Aussagen namentlich ungenannter Mitarbeiter von US-Geheimdiensten und des US-Militärs. Anonyme "Quellen" belieferten also erneut Medien mit angeblichen "Informationen", für die es keinerlei Beweise, geschweige denn auch nur Photos der angeblich gefundenen Bomben gibt. Trotzdem werden diese "Informationen" seitens der Medien widerspruchslos akzeptiert und weitergegeben, obgleich seit längerem klar ist, daß sich die USA derzeit in der "verbalen Vorbereitungsphase" eines Angriffs auf den Iran befinden und daher insbesondere solche vermeintlichen "Lecks" höchst fragwürdig sind.

Hinsichtlich der Vorbereitungen eines Angriffskrieges gegen den Iran ist auch ein am 2.02.06 von Spiegel Online veröffentlichter Artikel mit dem Titel "Iran nimmt NATO-Flieger ins Visier" beachtenswert. Darin wird ohne Nennung einer Quelle behauptet, die iranische Flugabwehr habe in letzter Zeit mehrfach im afghanischen Grenzgebiet zum Iran aktive NATO-Flugzeuge mit ihrem Radar "angestrahlt". NATO-Offiziere "sorgen" sich deshalb, daß Maschinen "beim Anflug auf grenznahe Flugplätze mit Raketen beschossen werden könnten."

Tatsächlich scheint es wenig glaubwürdig, daß der Iran selbst so den Vorwand für den geplanten Krieg liefern würde. Andererseits erinnert dieses Szenario nur allzusehr an die Versuche, die irakische Flugabwehr durch massives Bombardement des Landes zum Abschuß von britischen und US-Maschinen zu provozieren [Siehe: http://www.timesonline.co.uk/article/0,,2087-1632566,00.html]. Nachdem dies nicht gelang, dachten US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister in einem Gespräch darüber nach, "U2"-Spionageflugzeuge in den Farben der Vereinten Nationen über dem Irak einzusetzen [Siehe: http://www.channel4.com/news/content/news-storypage.jsp?id=1353957]. Wären sie von dem Irak angegriffen worden, hätte er die UN-Resolution 1441 verletzt und so einen Angriff ermöglicht.

In einem Interview  hat sich nun der pensionierte US-General Paul Vallely zu Wort gemeldet. General Paul Vallely ist zwar nicht mehr im aktiven Dienst tätig, dafür aber um so aktiver an der Politik in Washington beteiligt. Er ist der Vorsitzende des Militärkomitees des "Center for Security Policy" - der "Denkfabrik" des Israel nahestehenden Frank J. Gaffney - und Mitbegründer des "Iran Policy Committee", das die selbst von den USA als terroristische Organisation bezeichneten Mujaheddin-e-Khalq unterstützt, die seit Jahren mit Anschlägen versuchen, die iranische Regierung zu destabilisiert. Darüber hinaus ist er als militärischer Kommentator für "Fox News" tätig. Valley sagte, er wolle gegen den Iran Atomwaffen einsetzen. Um hierfür aber einen Vorwand zu erlangen, hofft er auf eine "Reaktion" Irans auf eine Sperre der Straße von Hormuz für iranische Schiffe durch die US-Marine.

Auf die Frage nach der öffentlichen Reaktion bei einem solchen Erstschlag sagte er: "Nun, deshalb glauben wir, daß die Marine-Sache sie zu etwas Dummen treiben wird. Und wir hoffen, daß sie es tun. Und dann den Hammer auf sie niedergehen lassen." Auf erneute Nachfrage nach der öffentlichen Reaktion und dem zu erwartenden Aufschrei sagte er dann: "Das wird in jedem Fall passieren. Also hat Bush nichts zu verlieren." [Siehe: http://www.larouchepub.com/other/interviews/2005/3233paul_vallely.html]

Iranischer Führer verbietet Atomwaffen

Eine "Grundannahme" der US-Regierung hinsichtlich "islamistischer Fundamentalisten" - also auch der vollständigen iranischen Bevölkerung - ist, daß sie Entscheidungen ihrer religiösen Führer blind vertrauen und entsprechend handeln. 

Angesichts der Annahme, daß das Wort eines islamischen Gelehrten für seine Anhänger tatsächlich unumstößliches Gesetz darstellt, stellt eine kürzlich erlassene Fatwa (ein religiöses Rechtsgutachten) des iranischen Staatsoberhauptes und angesehensten islamischen Führers im Iran, Ayat Allah Seyyed Ali Hoseini-Khamenei, ein äußerst ernstzunehmendes Propagandaproblem für die USA dar. Wie Iran Daily im August 2005 berichtete, hat Hoseini-Khamenei eine Fatwa erlassen, der zufolge die Herstellung, Lagerung und Benutzung von Atomwaffen dem Islam zufolge verboten sind und daß der Iran diese Waffen niemals erlangen dürfe (Siehe: http://www.iran-daily.com/1384/2347/html/).

Angesichts dieser Fatwa befinden sich die USA in einer im Rahmen ihrer bisherigen, auf einen weiteren Angriffskrieg ausgelegten Politik, in einer nicht lösbaren Zwickmühle. Wenn sie weiterhin den Standpunkt verfolgen, der Iran sei ein Land von "fundamentalistischen Islamisten", so wäre diese Fatwa ohne jeden Zweifel bindend. Sollten sie allerdings von diesem Standpunkt abrücken, so würde dies wiederum bedeuten, daß der Iran eben auch nicht mehr zwingend aufgrund der ihm vorgeworfenen - abweichende Tatsachen seien hier außer acht gelassen - "Fanatismen" eine "Gefahr" darstellt.



Quelle:
Verschiedene Ausschnitte aus Texten über den Iran von www.freace.de
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Über die angeblichen Äußerungen des Iranischen Präsidenten

Israel dem Erdboden gleichmachen, zerschlagen, vernichten, zerstören, tilgen, ausradieren, von der Landkarte löschen - das habe der iranische Präsident gefordert - lesen oder hören wir Ende Oktober 2005 in der 'taz', in der 'Berliner Zeitung', der 'Welt', im 'stern', im 'Spiegel', in der 'Zeit', in der F.A.Z., der Frankfurter Rundschau, beim ZDF, in der Tagesschau und bei N24 - um nur einige zu nennen. Das, was hier verbreitet worden ist, hat gewirkt. Eine Kriegserklärung des Iran an Israel sei das. Man ist sich in den Medien offensichtlich einig in der Empörung. Sie geht rund um die Welt. Aber lesen wir genauer, was der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad gesagt hat. Es ist das Verdienst der 'New York Times', uns die Rede komplett zur Verfügung zu stellen. Hier ein Auszug der Veröffentlichung vom 30.10.2005:

http://www.arbeiterfotografie.com/galerie/kein-krieg/hintergrund/index-iran-0008.html
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Siehe auch:
Die Gründe für einen Irankrieg
http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/644/134389/?page=21




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