Schon lange vor der
Machtergreifung Hitlers war in Deutschland die
Wiederaufrüstung geplant und hatte das Militär projektiert, die
Armee von sieben auf 21 Divisionen zu erweitern. Das dürfte den USA
schwerlich unbekannt geblieben sein. Von 8 1/3 Millionen Reichsmark
Gesamtausgaben des Deutschen Reiches ... entfielen 1928/29 nicht
weniger als 65,5 Prozent zur Deckung der Folgen des letzten Krieges und zur
Vorbereitung eines neuen .
Es waren dieselben Wallstreet-Kreise, die schon 1917 die
bolschewistische Revolution finanziert hatten, die auch Hitler
beisprangen, in der einzigen Absicht, seine Machtergreifung, seine
Aufrüstung sowie den nächsten Weltkrieg zu ermöglichen
und damit für sie selbst noch riesigere Gewinne als im letzten zu
erwirtschaften. Dieselben Wallstreet-Kreise übrigens, die nach
1945 auch den Kalten Krieg schürten und die großen
Nutznießer der Remilitarisierung der deutschen
Bundesrepublik wurden.
Man hat die Summe, mit der Adolf Hitler gekauft worden ist, um den
Zweiten Weltkrieg zu inszenieren, auf etwa eineinhalb Milliarden Mark,
nach heutiger Kaufkraft, geschätzt. So fragwürdig diese
Bezifferung sein mag, fest steht, daß Hitler nicht nur der
Erfüllungsgehilfe der deutschen Industrie gewesen ist. Und wenn
diese Industrie ... selbst während des Ersten Weltkrieges mit
Wissen der obersten deutschen Behörden auch die Feindstaaten
beliefert hat (Thyssen ... gelegentlich halb so billig wie die eigene
Heeresverwaltung), warum sollten amerikanische Banken nicht Hitler
finanzieren, noch dazu im Frieden? So "hausgemacht", so ein Produkt
bloß des deutschen Mistes, wie immer wieder hingestellt wird, ist
Hitler nicht gewesen.
Daß Hitler die Mittel für seine äußerst
intensiven Wahlfeldzüge in den frühen dreißiger Jahren
weder aus den Beiträgen seiner Genossen noch von den Geldern der
deutschen Industrie bestreiten konnte, hatten aufmerksame Beobachter
bemerkt. ... Es gab neben der Parteikasse noch einen Geheimfonds, und
amtliche Stellen Berlins hatten auch Hitlers Finanzierung durch
ausländische Geldgeber längst registriert.
Schon ein Prozeß im Sommer 1923 wegen der NSDAP-Finanzierung
hatte ergeben, daß der Partei drei mal große
Geldbeträge aus dem Saargebiet über die Deutsche Bank
zugeflossen waren. Nach Überzeugung des Gerichts stammten sie von
amerikanischer Seite, dem Großindustriellen Henry Ford, der
lebhaft eine deutsche Aufrüstung wünschte.
Agenten des langjährigen preußischen Innenministers Carl
Severing hatten seit 1929 aber auch Verhandlungen Hitlers mit
US-Bankiers im Berliner Hotel Adlon beobachtet, Verhandlungen, die dort
bis 1933 stattfanden.Das Resultat dieser Untersuchungen gelangte
später ins "Abegg-Archiv" in Zürich, wo es allerdings nicht
mehr ist.
Severing beauftragte Ende 1931 seinen Staatssekretär Dr. Abegg mit
Nachforschungen über ... ausländische Finanzquellen. Dabei
ergab sich, das Geld für die aufwendige Nazi-Propaganda stammte
"nur aus dem Ausland, insbesondere aus den USA". Überigens hatte
Hitler auch einen großen Teil der Waffen für SA und SS nicht
von der Reichswehr, sondern vom Ausland erhalten.
... im Hotel Adlon waren beteiligt: Bankier Warburg als Treuhänder
des New Yorker Bankhauses Kuhn, Loeb und Co. sowie eine Gruppe der
amerikanischen Ölfinanz. Auf deutscher Seite haben an den
Verhandlungen teilgenommen: Hitler, Göring, Georg Strasser, von
Heydt, ein Berliner Rechtsanwalt L ...
Was aber bestimmte Warburg, den Treuhänder von Kuhn und Loeb, von
demselben Bankhaus also, das 1917 die bolschewistische Revolution
finanziert hatte, nun Hitler zu finanzieren, und zwar mit der
beträchtlichen Summe von 32 Millionen Dollar, 128 Millionen
Reichsmark (60, 40 und 28 Millionen), die getarnt über
verschiedene Banken, die Banca D'Italia, Rom, die Bank Mendelson Co,
Amsterdam, ua.a. in Hitlers Hand gelangten?
Nicht nur darüber hinterließ Unterhändler Warburg
selbst Aufzeichnungen. Daraus ergibt sich, daß die US-Hochfinanz
1929 an ausländische Regierungen und Private Forderungen von etwa
85 Millionen Dollar hatte, und daß sie, wie die US-Regierungen,
den Frankreich begünstigenden Versailler Vertrag
mißbilligte. ... Und während Frankreich aus
Sicherheitsgründen ein schwaches Deutschland wünschte,
wollten die USA ein starkes - wie nach 1945 wieder.
Bei Beratungen der Präsidenten der "Federal Reserve" Banken, des
eigentlichen Finanzzentrums der Wallstreet, der fünf
unabhängigen Banken, Vertreter der Royal Dutch, der Standard Oil,
Rockefeller jun. und anderen im Sommer 1929 wurde Warburg
schließlich gebeten zu prüfen, ob Hitler für
amerikanisches Geld zugänglich sei. Als Gegenleistung hätte
dieser gegenüber Frankreich eine aggressive Außenpolitik
einzuleiten, sollte aber in die wirklichen Motive der amerikanischen
Unterstützung nicht eingeweiht werden.
Hitler seinerseits habe bei den Verhandlungen in Berlin betont,
daß "er mit den Arbeitslosen alles machen könne, wenn er
ihnen nur Uniformen und Verpflegung gebe ... Alles hinge vom Geld ab
... Die USA-Hochfinanz habe doch sicher ein Interesse daran, daß
er, Hitler, an die Macht komme, denn sonst hätte sie ihm nicht
bereits 10 Millionen Dollar übergeben ... Wenn er von der
USA-Hochfinanz 500 Millionen Mark erhalte, sei er in "sechs Monaten
fertig". Hitler habe auch die Kommunisten als erledigt bezeichnet und
erklärt, er werde nun die Sozialdemokraten ausschalten, durch
Wahlen oder mit Gewalt. Eventuell komme noch eine Verhaftung von
Hindenburg, Schleicher, Papen, Brüning in Betracht, aber alles
koste Geld, und das bisher aus den USA erhaltene sei verbraucht.
Kurz vor Hitlers überraschendem Wahlsieg 1930, errungen mit einem
für deutsche Verhältnisse ganz ungewöhnlichen
Propagandaaufwand, war das große Geld aus dem Ausland gekommen
und floß weiter bis zu seiner Machtübernahme 1933. Die Summe
von Kuhn, Loeb u. Co ... war sehr stattlich, doch nicht
überdimensional ... Die Wallstreet-Bankiers hatten gut kalkuliert,
nicht mehr gegeben als nötig, doch genau so viel.
Informiert über die Recherchen Abeggs waren zunächst
Reichskanzler Brüning und General von Schleicher, seit 1929 Chef
des neu errichteten Ministeramts im Reichswehrministerium und am
2.12.1932 selbst Reichskanzler. Als sich Abegg dann im Frühjahr
1932 in die Schweiz absetzte, beschlagnahmte die SS bei einer
Durchsuchung seiner Wohnung das Dossier Hitler. Das Duplikat sollten
sie ein Jahr später bei einer Durchsuchung des Hauses von General
Schleicher sicherstellen; der General, ein intimer Kenner von Hitlers
Auslandsfinanzierung, und seine Frau wurden bei dieser Gelegenheit im
Zusammenhang mit dem sogenannten Röhmputsch ermordet. Ebenfalls
beseitigte man seinerzeit einen weiteren Mitwisser von Hitlers geheimen
Geldquellen, Georg Strasser, der innerhalb der NSDAP
antikaptitalistische Ideen vertrat ... Hitler hatte ihn 1925 zum
Reichsorganisationsleiter der Partei ernannt, deren Finanzierung sowohl
Strasser wie Schleicher genau bekannt war.
Selbstverständlich standen die Hitler so verhängnisvoll
fördernden ausländischen Geldgeber nicht vor dem
Nürnberger Tribunal. ... wurden die Dokumente des Abegg-Archivs
nicht zugelassen. Das heikle Thema der Hitler-Unterstützung durch
die großen Finanzmächte der USA durfte unter keinen
Umständen auch nur erwähnt werden. Als der ... Bankier und
Politiker Hjalmar Schacht, bis 1937 Reichswirtschaftsminister, diese
Dinge zur Sprache bringen wollte, wurde er ... zum Schweigen gebracht.
"Als Schacht, meldete die Neue Züricher Zeitung vom 2.5.1946,
wiederum auf die Haltung ausländischer Mächte gegenüber
der Nazi-Regierung und auf die Hilfe, die sie ihr angedeihen
ließen, zu sprechen kam, entschied der Gerichtshof, daß
diese Dinge mit der Sache nichts zu tun hätten unddaher
unzulässig seien .
Hitlers Bezahlung durch das Bankhaus Warburg und das amerikanische
Großkapital thematisierte auch das 1933 von Van Holkema &
Warendorf, Amsterdam, unter dem Namen von Sidney Warburg verlegte Buch
"De Geldbronnen van het Nationaal-Socialisme. Drie Gesprekken met
Hitler door Sidney Warburg". Doch wurde das Buch kurz nach der
Publikation ... aus dem Handel gezogen bzw. zurückgekauft, und
zwar durch einen Amsterdamer Rechtsanwalt, offensichtlich im Auftrag
der Warburg-Familie, ohne daß man natürlich alle Exemplare
wieder bekommen konnte. Zwei Bände gelangten in die Hände des
österreichischen Gesandten von Alexis in Den Haag.
Gegen die baden-württembergische Deutsche Gemeinschaft, die 1950
beweiskräftige Dokumente über die Finanzierung der
Hitler-Wahlen von 1930-1933 veröffentlicht hatte, wurde
prozessiert. Diesen Prozeß, doch eine historische Sensation
ersten Ranges, gewann die Deutsche Gemeinschaft auch, aber keine
einzige deutsche Zeitung berichtete darüber zu einer Zeit, da die
Remilitarisierung Deutschlands schon eingeleitet war.
Nun gab es aber weitere amerikanische Banken, die Hitler finanzierten,
sogar noch viel höher, obwohl auch darüber fast nichts
durchgesickert ist.
Quelle: Karlheinz Deschner: der Moloch. Heyne-Verlag.
Siehe auch:
http://sauber.50webs.com/kapital/index.html
Ein freier Film mit deutschen Untertiteln über die Verbindung der Bush-Familie mit den Nazis:
http://video.google.com/videoplay?docid=8252175042329977626
Weitere Literaturhinweise:
- Anthony Sutton: Wallstreet and the Rise of Hitler. Suffolk 1976.
- Gerd Schultze-Rhonhof: Der Krieg, der viele Väter hatte. Verlag Olzog 2006 .