Die
Behauptungen der Pharmaindustrie, dass die heutige und
zukünftige "Gentechnik" - angewandt in den "Life-Sciences" (den
Wissenschaften des Lebens) - erkennen könne, was Krankheit ist,
und in der Lage sei, reparierend eingreifen und nebenbei noch das
Problem des Hungers in der Welt zu lösen, bedürfen einer
kritischen Klarstellung. Die diesem Denken zugrundeliegenden
Vorstellungen über die Natur des Lebens und insbesondere der
Genetik sind nämlich schon lange überholt. Und daraus ergeben
sich ganz konkrete Gefahren für Mensch und Umwelt, wenn
evolutionär bedingte Gesetzmäßigkeiten ignoriert und
Grundlagen des Lebens durch massive Eingriffe bioaktiver Substanzen
zerstört werden.
Einer der grundlegenden Denkfehler der "Gentechnik" liegt in der
Annahme, dass in den Erbgutfäden, den Chromosomen des Zellkerns,
alle Information und das Programm enthalten seien, anhand derer sich
das Leben entwickelt und aufrechterhält. Dies ist aber nicht der
Fall. Die lebende Zelle bedient sich, den Prinzipien der
Selbstorganisation entsprechend, von selbst derjenigen Stückchen
der Erbsubstanz, die es für den Aufbau bestimmter Eiweiße
und Biokatalysatoren (Enzyme) benötigt.
Eine weitere Fehlannahme ist, dass die "Sprache" der Erbsubstanz (das
heißt,
wie die bestimmte Abfolge der vier genetischen "Buchstaben" - A,G,T,C -
"gelesen" wird) in allem Lebendigen gleich sei. Heute wissen wir, dass
sie sogar in ein und demselben Organismus höchst unterschiedlich
ist; und vor allem, dass auf allen Ebenen der "Umschreibung genetischer
Information" in Eiweiße bis dato mehr Ausnahmen bekannt sind als
Regeln, die noch vor einigen Jahren aufgestellt wurden. Heute ist auch
niemand mehr in der Lage, ein "Gen" zu definieren, weil Erbsubstanz je
nach Kontext ganz unterschiedlich oder gar nicht gebraucht wird.
Deswegen ist die "Gentechnik" auch keine Technik im eigentlichen Sinne,
sondern ein willkürliches Herumprobieren auf Basis von Zufall und
Irrtum und der Auswahl von scheinbar Funktionierendem.
Das naive Modell einer statischen Genetik, das linearen
Gesetzmäßigkeiten folgen soll, ist unter anderem auf Gregor Mendel
zurückzuführen, der bei Züchtungsexperimenten nur jene
Beobachtungen publizierte, die seinem Modell einer statischen Genetik
scheinbar entsprachen. Dass sich die allermeisten Beobachtungen durch
dieses Modell nicht erklären lassen, da hier mehrere Faktoren eine
Rolle spielen, hindert die heutige "Gentechnik" nicht an der
Behauptung, dass so komplexe Entwicklungen bis hin zu chronischen
Erkrankungen einerseits sowie Intelligenz und Schönheit
andererseits in identifizierbaren "Genen" festgelegt seien. Mehr noch -
es wird behauptet, dass es möglich sei, gezielt in diese "Gene"
einzugreifen und fehlerhafte Stücke durch intakte oder sogar
optimierte zu ersetzen.
Die Realität ist anders und ernüchternd: Es ist keinesfalls
möglich, manipulierte Erbsubstanzstücke gezielt in bestimmte
Bereiche der Erbsubstanzfäden einzubringen, noch weniger
aber, negativ definierte Bereiche daraus zu entfernen. Die
Erbsubstanzfäden - und das ist nur ein Grund - sind nämlich
viel zu lang und zerbrechlich, um sie intakt der Analyse und der
Manipulation zugänglich zu machen. Manipulierte Erbsubstanz
fügt sich zufällig und nicht gezielt irgendwo in das
Chromosom ein, zerstört dort (und auch fern dieser Stelle) den
genetischen Kontext und sogar die Struktur der Chromosomen.
Erschreckt stellt nun auch die internationale Forschung fest, dass sich
manipulierte Erbsubstanz entgegen der Behauptungen der "Life Sciences"
nach allen Seiten hin unkontrolliert ausbreitet, Ökosysteme
empfindlich stört etc.; ohne allerdings die gebotenen Konsequenzen
zu ziehen, nämlich sämtliches Manipulieren an der Erbsubstanz
umgehend einzustellen. Mehr noch - die Katastrophe ist bereits
eingetreten: Manipulierte Erbsubstanz, die in einem unter Todesangst
gefügig gemachten "Krebs"-Patienten experimentell als
"Gentherapie" eingebracht wurde, findet sich alsbald in der Keimbahn,
in jenen Zellen also, die die vermehrungsfähigen Zellen, aus denen
zukünftiges Leben entsteht, bilden. Hier war der Gesetzgeber nicht
so schnell wie die "Life Sciences", denn beim Menschen ist das
Einbringen von manipulierter DNA in diese Zellen aus guten Gründen
bis heute noch überall verboten. Die Folgen im neu entstehenden
Leben und für die zukünftigen Generationen sind nämlich
unkalkulierbar und vor allem unwiderruflich.
Eine der Versprechungen der "Gentechnik" ist, dass sie das Krebsproblem
lösen werde. Schon lange wurde in diesem Zusammenhang behauptet,
dass an der Entstehung von Krebs genetische Veränderungen
(sogenannte Mutationen) schuld seien, obwohl immer schon bekannt
war, dass viele Zelltypen niemals Krebs entwickeln, selbst wenn
sie dem gleichen Risiko - "Mutationen" zufällig, durch Strahlung
oder krebsauslösende Substanzen, zu entwickeln - ausgesetzt sind.
Andere Denkschulen der pharmakologischen Krebsforschung machen uns
wiederum glauben, dass bestimmte genetische Schalter oder sogar
"Krebsgene" alleine oder teilweise, an der Entstehung von Krebs schuld
seien. Sie bieten bereits "Nachweismethoden" an, die solche Krebsgene
angeblich "sicher" feststellen können. [...]
Die "Life Sciences" haben bis heute nachhaltig ignoriert, dass es sich
bei Krebs im Prinzip um ein Energiegewinnungs-Problem handelt. Wenn die
Zelle keinen Sauerstoff mehr verwerten oder kein Sauerstoff zur Zelle
gelangen kann, kann sie nur noch auf die evolutionär alte Methode
der Energiegewinnung zurückgreifen, nämlich auf Gärung.
Die Energieausbeute ist bei der Gärung jedoch so gering, dass
mehrzelliges Leben im Verbund nicht mehr erhalten werden kann. Die
Gärung ist das einzige gemeinsame Kennzeichen aller Krebsarten.
Dieses Faktum wurde wohl deshalb geflissentlich übersehen, weil
die den Sauerstoff nutzenden Energieaggregate, die sogenannten
"Mitochondrien" (gleichsam die "Lungen" unserer Zellen), Bakterien
sind, die in jeder unserer Körperzellen in enger (Endo-)Symbiose
leben, - Bakterien mit eigenem Erbgut (quasi unser zweites Erbgut).
Weil die "Life Sciences" ausschließlich auf den Zellkern fixiert
sind, wurde die Bedeutung dieses Faktums bis heute von der
Öffentlichkeit nicht registriert.
Eine wesentliche Frage wurde von den "Life Sciences" jedoch absichtlich
übersehen: Warum sollen ausgerechnet diese Bakterien nicht gegen
Antibiotika, die direkt im Zellinnern wirken, anfällig sein? Vor
allem gegen jene Antibiotika, die den Aufbau der Folsäure hemmen,
die wiederum für den Aufbau des genetischen Buchstabens "T"
unabdingbar ist? (So hemmt das wohl potenteste Antibiotikum,
nämlich Bactrim, eine Mixtur aus 2 Chemoantibiotika, den Aufbau
der Folsäure gleich doppelt. Bactrim soll maximal 10 Tage
eingenommen werden, weil es dann bereits zu irreversiblen Schäden
im Blutbild kommen kann; mit einer Ausnahme: bei "HIV-Positiven" soll
es bis zum Ende des Lebens prophylaktisch gegen Pilzbefall der Lunge
eingesetzt werden.) Wie ist es möglich, dass durch Antibiotika nur
die "bösen" Bakterien getroffen werden? Auch diese Frage blieb
bislang unbeantwortet.
[...]